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Paramount Sender 5 wegen eingestellter Krimiserie verklagt

Der britische Produktionspartner Blackbox Multimedia verklagt den zu Paramount gehörenden Sender 5. Hintergrund ist eine bislang nicht veröffentlichte Krimiserie, deren Produktion bereits weit fortgeschritten war, bevor der Sender das Projekt…

25. August 2026 4 Min. Lesezeit filmbuddydrake
Paramount Klage

Der britische Produktionspartner Blackbox Multimedia verklagt den zu Paramount gehörenden Sender 5. Hintergrund ist eine bislang nicht veröffentlichte Krimiserie, deren Produktion bereits weit fortgeschritten war, bevor der Sender das Projekt stoppte. Blackbox wirft 5 eine unrechtmäßige Beendigung der Produktionsvereinbarung vor und fordert die aus Sicht des Unternehmens noch ausstehenden Zahlungen.

Die beiden Parteien stellen die Ereignisse allerdings unterschiedlich dar. Während Blackbox erklärt, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen zu sein, bestreitet der Sender, dass die Serie ordnungsgemäß geliefert wurde. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen außerdem Bedenken einer Person, deren Erfahrungen ursprünglich eine Grundlage für das Projekt bildeten.

Darum wurde die Krimiserie gestoppt

Das bislang namenlose Projekt basierte ursprünglich auf realen Ereignissen rund um Missbrauch und Straftaten. Genauere Einzelheiten zur Geschichte werden bewusst zurückgehalten, um die Identität einer betroffenen Person zu schützen.

Nach Angaben von 5 meldete sich während der Produktion eine mit dem Projekt verbundene Person und erklärte, dass die Serie Auswirkungen auf ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden habe. Der Sender gibt an, vor Produktionsbeginn nicht über entsprechende Bedenken informiert worden zu sein.

Aus Sicht von 5 bestand deshalb eine Fürsorgepflicht gegenüber der betroffenen Person, weshalb das Projekt eingestellt wurde. Der Sender hat sich für den Rechtsstreit Unterstützung von der auf Medienrecht spezialisierten Kanzlei Lee & Thompson geholt.

Blackbox widerspricht dieser Darstellung.

Blackbox spricht von einer vollständig fiktionalen Serie

Nach Darstellung von Blackbox wurde das Unternehmen zu einem Zeitpunkt in das Projekt geholt, als dieses bereits von 5 und Spirit Studios entwickelt worden war.

Blackbox habe früh festgestellt, dass die betroffene Person weder selbst an der Serie teilnehmen noch ihre Erfahrungen als Grundlage für die Handlung verwendet sehen wollte. Laut dem Produktionsunternehmen sei 5 darüber ebenfalls bereits früh informiert gewesen.

Daraufhin sei das Konzept gemeinsam mit dem Sender zu einer vollständig fiktionalen Krimiserie weiterentwickelt worden. Blackbox argumentiert, dass weder Figuren noch Beziehungen oder Handlungsstränge konkrete reale Personen oder einen bestimmten realen Fall darstellen sollten. 5 betrachtet das Projekt dagegen weiterhin als faktisches Drama.

Dieser Unterschied dürfte für die weitere juristische Auseinandersetzung eine wichtige Rolle spielen.

Blackbox fordert Zahlungen von 5

Neben Blackbox Multimedia gehört auch Ex-Mas Movie Limited zu den Klägern. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Projektgesellschaft von Blackbox und Spirit Studios für die nicht veröffentlichte Serie.

Die Kanzlei Sheridans, die Blackbox vertritt, bestätigte, dass Verfahren gegen Channel 5 Broadcasting Limited wegen der Beendigung eines Produktions und Lizenzvertrags eingeleitet wurden.

Blackbox vertritt die Position, seine vertraglichen Pflichten erfüllt zu haben und deshalb Anspruch auf die vereinbarte Vergütung zu besitzen. Eine konkrete Höhe der geforderten Summe wurde bislang nicht öffentlich genannt. 5 selbst erklärte lediglich, laufende Rechtsangelegenheiten nicht kommentieren zu wollen.

Blackbox und Paramount arbeiteten bereits mehrfach zusammen

Der Rechtsstreit ist auch deshalb bemerkenswert, weil Blackbox Multimedia kein neuer Produktionspartner des Senders ist.

Das Unternehmen produzierte für 5 unter anderem zwei Staffeln von The Ex-Wife. Außerdem stammt die Krimiserie Benidorm is Murder mit John Hannah von Blackbox. Zuvor war das Unternehmen auch an der 2023 veröffentlichten Serie The Castaways mit Sheridan Smith beteiligt.

Die Klage betrifft damit eine bereits länger bestehende Geschäftsbeziehung zwischen Produzent und Sender.

Channel 5 heißt inzwischen nur noch 5

In einigen Berichten ist weiterhin von Channel 5 die Rede. Der britische Sender und die frühere Streamingplattform My5 wurden allerdings bereits im März 2025 unter der gemeinsamen Marke 5 zusammengeführt.

Die juristische Gesellschaft hinter dem Sender heißt weiterhin Channel 5 Broadcasting Limited, weshalb dieser Name auch in den Gerichtsunterlagen und Aussagen der beteiligten Kanzleien auftaucht. Paramount bestätigt die Umbenennung und Zusammenlegung auf seinen offiziellen Unternehmensseiten.

Wie geht es mit der Paramount Klage weiter?

Das Verfahren befindet sich noch am Anfang. Aktuell stehen vor allem die gegensätzlichen Darstellungen der beiden Parteien fest.

Blackbox wirft 5 vor, die Vereinbarung unrechtmäßig beendet zu haben und das Produktionsunternehmen dadurch auf den entstandenen Kosten sitzen zu lassen. Der Sender verweist dagegen auf die Sicherheits und Wohlbefindensbedenken einer betroffenen Person sowie darauf, dass die Serie aus seiner Sicht nicht geliefert wurde.

Ob und in welcher Höhe 5 Zahlungen an Blackbox leisten muss, wird nun im weiteren Verfahren geklärt.

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