Achtung: Dieser Beitrag enthält massive Spoiler zum Finale von Lanterns Staffel 1.
Das größte Rätsel der ersten Staffel ist gelöst. Sheriff Kerry Kane hat Hal Jordan getötet. Nicht Sinestro, nicht Noah und auch keine geheime Verschwörung steckt unmittelbar hinter seinem Tod.
Folge 8 mit dem Titel „Dirt and Stars“ erklärt außerdem, welches Geheimnis Kerry über ihren Sohn verborgen hat und warum John Stewart am Ende einen ganz eigenen Weg als Green Lantern einschlägt.
Warum hat Kerry Hal Jordan getötet?
Hal Jordan findet vor seinem Tod heraus, dass Kerrys Sohn Noah kein gewöhnlicher Mensch ist. Noah ist ein Manhunter-Hybrid.
Kerry wusste bereits von der ungewöhnlichen Natur ihres Sohnes und lebte jahrelang mit der Angst, dass jemand sein Geheimnis entdecken könnte.
Als Hal erkennt, was Noah ist und welches Risiko von ihm ausgehen könnte, versucht er Kerry davon zu überzeugen, Rushville gemeinsam mit Noah zu verlassen. Hal will beide schützen und verhindern, dass die Situation außer Kontrolle gerät.
Kerry gerät während der Konfrontation jedoch in Panik. Ihre Angst um Noah gewinnt die Oberhand und sie erschießt Hal.
Damit bekommt Hals Tod eine deutlich persönlichere Erklärung als zunächst erwartet. Er wird nicht im Kampf gegen einen klassischen DC-Bösewicht getötet. Am Ende führt ausgerechnet Kerrys Angst um ihren Sohn zu seinem Tod.

Noah gesteht den Mord zunächst selbst
Das Finale führt John Stewart zunächst bewusst auf eine falsche Spur.
Noah behauptet gegenüber John, Hal selbst getötet zu haben. Tatsächlich will er mit dem Geständnis jedoch seine Mutter schützen.
John erkennt schließlich, dass Kerry die Wahrheit über Noah längst kannte. Damit passt Noahs Geschichte nicht mehr zusammen und John kann rekonstruieren, was wirklich passiert ist.
Kerry gesteht schließlich, Hal erschossen zu haben.
John entscheidet sich trotzdem dagegen, sie unmittelbar für ihre Tat zu bestrafen. Auch Noah lässt er am Leben. Für John wird dessen Verhalten zum Beweis dafür, dass ein Manhunter nicht zwangsläufig vollständig seiner ursprünglichen Programmierung folgen muss.
Noah ist tatsächlich ein Manhunter
Die zweite große Enthüllung betrifft Noah selbst.
Nachdem Zoe Macon Kerry Jahre zuvor mithilfe ihrer Manhunter-Technologie gerettet hatte, wurde Kerry überraschend mit Noah schwanger. Die Serie behandelt ihn deshalb nicht als klassischen Manhunter wie Zoe, sondern als eine Art Hybrid zwischen Mensch und Manhunter.
Genau dieser Unterschied wird für John entscheidend.
Noah besitzt zwar die Fähigkeiten und offenbar auch bestimmte Instinkte der Manhunter, wurde aber gleichzeitig von einem Menschen großgezogen und kennt Liebe, Angst und Mitgefühl.
Das Finale stellt deshalb bewusst die Frage, was bei ihm stärker ist: seine Programmierung oder sein eigener Wille.
Noah selbst hat Angst davor, eines Tages die Kontrolle zu verlieren. Dass er Hal nicht getötet hat und seine Mutter mit einem falschen Geständnis schützen wollte, zeigt John allerdings, dass er eigene Entscheidungen treffen kann.
Noah hat Sinestro aus dem Gefängnis befreit
Auch Sinestros Rolle wird im Finale endlich klarer.
Noah war dafür verantwortlich, Sinestro aus seinem Gefängnis zu befreien. Sein Ziel war es, von dem ehemaligen Green Lantern eine eigene Laterne herstellen zu lassen.
Diese neue Laterne wird für das Ende der Staffel besonders wichtig.
Sie basiert grundsätzlich auf der Energie der Willenskraft, wurde während ihrer Herstellung jedoch unbeabsichtigt mit der gelben Energie der Angst vermischt.
Bereits die Vorschau auf das Lanterns Finale hatte auffällig stark mit dem Thema Angst und Sinestros Verbindung zur gelben Energie gespielt. Folge 8 macht daraus nun tatsächlich einen wichtigen Bestandteil von John Stewarts weiterer Entwicklung.
Wird John Stewart jetzt zum Yellow Lantern?
Nicht direkt.
John übernimmt am Ende zwar Sinestros ungewöhnliche Laterne und nutzt sie für seinen Ring, wird dadurch aber nicht offiziell zu einem Yellow Lantern.
Stattdessen entsteht eine bisher ungewöhnliche Mischung. Seine Energie ist weiterhin mit Green Lantern und Willenskraft verbunden, enthält nun allerdings auch einen Anteil der gelben Energie der Angst.
John akzeptiert damit etwas, gegen das er einen Großteil seines Lebens angekämpft hat.
Mut bedeutet für ihn am Ende nicht mehr, überhaupt keine Angst zu besitzen. Entscheidend ist, die eigene Angst anzunehmen und sich trotzdem für das Richtige zu entscheiden.
Passend dazu verwendet John am Ende auch nicht einfach den klassischen Green-Lantern-Schwur.
John Stewart wird Green Lantern der Erde
John entscheidet sich endgültig dafür, die Verantwortung als Green Lantern anzunehmen, allerdings zu seinen eigenen Bedingungen.
Er unterstellt sich nicht einfach den Guardians und folgt auch nicht vollständig dem bisherigen System des Green Lantern Corps.
Stattdessen beansprucht er die Erde als seinen Zuständigkeitsbereich. Guy Gardner soll sich um den restlichen Kosmos kümmern, während John auf der Erde arbeitet.
Damit endet Staffel 1 mit einem John Stewart, der zwar Green Lantern ist, aber bewusst außerhalb der üblichen Strukturen agiert.
Seine neue Laterne macht diesen Sonderstatus zusätzlich deutlich.
Bleibt Hal Jordan wirklich tot?
Ja. Hal Jordan wird im Finale nicht wiederbelebt.
Die Serie hatte zuvor mehrere Möglichkeiten angedeutet, wie Kyle Chandlers Figur doch noch zurückkehren könnte. Dazu gehörten das digitale Abbild von Hal sowie Sinestros Wissen über ungewöhnliche Technologien.
Das Finale macht jedoch klar, dass Hals Tod bestehen bleibt.
John bekommt noch einen letzten emotionalen Abschied vom sogenannten Halogram. Danach endet Hals Geschichte zumindest in ihrer bisherigen Form endgültig.
Damit erhält sein Tod rückwirkend auch mehr Gewicht. Die Aufklärung des Mordes dient nicht dazu, Hal wieder zurückzubringen, sondern John endlich verstehen zu lassen, wer sein Mentor wirklich war.
Wie geht es nach dem Lanterns Finale weiter?
Eine zweite Staffel von Lanterns ist bislang nicht offiziell bestätigt.
Die erste Staffel endet trotzdem mit mehreren Möglichkeiten für eine Fortsetzung. John hat seine eigene Position als Green Lantern der Erde geschaffen, Noah lebt weiterhin mit seiner Manhunter-Seite und Sinestro bleibt ein wichtiger Bestandteil der neuen DCU-Mythologie.
Vor allem Johns neue Laterne dürfte noch eine Rolle spielen. Sie verbindet Willenskraft und Angst auf eine Art, die selbst innerhalb der Serie als ungewöhnlich behandelt wird.
Gleichzeitig ist Johns Geschichte nicht auf Lanterns beschränkt. Die Figur ist Teil des größeren DC Universe und kann damit auch außerhalb einer möglichen zweiten Staffel weitergeführt werden.
Für Hal Jordan fällt das Ende dagegen wesentlich eindeutiger aus: Sein Mörder ist gefunden, sein Tod ist endgültig und John Stewart übernimmt nun die Rolle, auf die ihn die gesamte erste Staffel vorbereitet hat.