James Bond braucht nach Ansicht von Ben Whishaw einen vollständigen Neustart. Der Schauspieler, der in drei Bond-Filmen den Technikexperten Q verkörperte, hat sich zur Zukunft der Agentenreihe unter Amazon MGM Studios geäußert. Dabei stellte er klar, dass die kommenden Filme nicht einfach an die Ära von Daniel Craig anknüpfen sollten.
In einem Interview mit der britischen Sunday Times erklärte Whishaw, dass sich die Welt seit dem letzten Bond-Film erheblich verändert habe. Deshalb müsse die Reihe neu herausfinden, was sie heute relevant macht.
Seiner Meinung nach sollte James Bond sogar komplett neu erfunden werden. Wie genau diese Veränderung aussehen könnte, überlasse er allerdings den Verantwortlichen.
Ben Whishaw sieht die Zukunft von James Bond kritisch
Ben Whishaw übernahm die Rolle des Q erstmals 2012 in „Skyfall“. Anschließend spielte er den MI6-Technikexperten auch in „Spectre“ (2015) und „Keine Zeit zu sterben“ (2021).
Seine Interpretation unterschied sich deutlich von früheren Versionen der Figur. Statt eines älteren Erfinders präsentierte Whishaw einen jungen Technikexperten, der James Bond mit moderner Überwachungstechnologie und digitalen Hilfsmitteln unterstützte.
Nun betrachtet der 46-jährige Schauspieler die Zukunft des Franchise aus einer gewissen Distanz.
Whishaw erklärte, dass er nur selten über James Bond nachdenke. Gleichzeitig bezeichnete er den enormen öffentlichen Wirbel um die Besetzung des nächsten 007-Darstellers als bewusst erzeugten Hype.
Aus eigener Erfahrung weiß er, wie geheim die Produktion eines Bond-Films abläuft. Schauspieler erhalten häufig nur die Drehbuchseiten, die für ihre jeweiligen Szenen notwendig sind. Dadurch sollen Informationen über die Handlung möglichst lange verborgen bleiben.
Warum Ben Whishaw nicht mehr als Q zurückkehrt
Auch für Whishaw selbst scheint die Zeit bei James Bond beendet zu sein. Der Schauspieler wird nach den aktuellen Aussagen voraussichtlich nicht im nächsten Bond-Film auftreten.
Bereits 2024 hatte er vermutet, dass die Produzenten mit einer vollständig neuen Besetzung beginnen könnten. Seine jüngsten Äußerungen passen zu dieser Einschätzung.
Zudem sprach Whishaw über einen Aspekt seiner früheren Rolle, mit dem er rückblickend unzufrieden ist.
In „Keine Zeit zu sterben“ wurde erstmals angedeutet, dass Q homosexuell ist. Die Information blieb allerdings auf eine kurze Szene beschränkt und wurde innerhalb der Handlung nicht weiter vertieft.
Whishaw empfand diese Entscheidung als unbefriedigend, weil der Film den angesprochenen Charakteraspekt anschließend kaum berücksichtigte.
Ob die Figur Q im kommenden Film überhaupt auftauchen wird und welcher Schauspieler sie gegebenenfalls übernehmen könnte, ist bislang nicht offiziell bekannt.
James Bond 26: Amazon plant einen neuen Anfang
Die Forderung nach einer grundlegenden Veränderung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Seit Februar 2025 liegt die kreative Kontrolle über das James-Bond-Franchise bei Amazon MGM Studios.
Damit verändert sich die Verantwortung hinter den Kulissen erheblich. Zuvor hatten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson über Jahrzehnte die kreative Entwicklung der Filmreihe maßgeblich bestimmt.
Für den kommenden Film hat Amazon bereits mehrere wichtige Personalentscheidungen getroffen.
Denis Villeneuve, bekannt durch „Dune“ und „Blade Runner 2049“, übernimmt die Regie. Das Drehbuch schreibt Steven Knight, der unter anderem die erfolgreiche Serie „Peaky Blinders“ erschaffen hat.
Als Produzenten sind Amy Pascal und David Heyman beteiligt.
Welche Richtung der neue Film einschlagen wird, steht allerdings noch nicht fest. Insbesondere ist bisher nicht offiziell bestätigt, ob Amazon eine vollständig neue Interpretation von James Bond plant oder bestimmte Elemente der bisherigen Filme beibehalten möchte.
Wer wird der neue James Bond nach Daniel Craig?
Die größte offene Frage betrifft weiterhin die Besetzung der Hauptrolle.
Daniel Craig verabschiedete sich 2021 mit „Keine Zeit zu sterben“ von der Filmreihe. Seitdem suchen die Verantwortlichen nach einem geeigneten Nachfolger.
Im Mai 2026 bestätigte Amazon MGM Studios offiziell, dass das Casting begonnen hat.
Mehrere Schauspieler werden seither als mögliche Kandidaten gehandelt. Dazu gehören unter anderem:
- Callum Turner, bekannt aus „Phantastische Tierwesen“
- Jack Lowden, bekannt aus „Slow Horses“
- Josh O’Connor, bekannt aus „The Crown“
Keiner dieser Darsteller wurde bislang offiziell als neuer James Bond bestätigt.
Auch Ben Whishaw wollte sich nicht auf einen möglichen Nachfolger festlegen. Stattdessen machte er deutlich, dass der nächste Darsteller seinen eigenen Zugang zur Figur finden sollte.
Wann kommt der neue James-Bond-Film ins Kino?
Ein offizieller Kinostart für „James Bond 26“ steht weiterhin nicht fest. Auch ein endgültiger Filmtitel wurde bislang nicht angekündigt.
Branchenberichte halten eine Veröffentlichung im Jahr 2028 für möglich. Amazon MGM Studios hat diesen Zeitraum allerdings noch nicht bestätigt.
Bislang konzentrieren sich die Arbeiten auf die Entwicklung des Drehbuchs und die Zusammenstellung der Besetzung.
Damit dürfte die Frage, wie stark Denis Villeneuve die berühmte Agentenreihe verändern wird, vorerst unbeantwortet bleiben. Ben Whishaws Aussagen zeigen jedoch, dass zumindest einer der bisherigen Darsteller einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit begrüßen würde.